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TSC-Mücke Bericht – Madeira Die Qualle, die Robbe, der Zackenbarsch und ich – Freund oder Feind?!

 

Fragen über Fragen schossen mir durch den Kopf. Kannst du nach zwei Jahren Pause überhaupt noch tauchen? Hast du alles mitgenommen? Wie wird das Hotel, Wetter usw.? Doch eine Frage habe ich mir nicht gestellt. Wirst du diesen Urlaub überleben? Mein gefährliches, aber auch wunderschönes Abenteuer begann am Gießener Hauptbahnhof am 07.07.2016. Alle „Mücken“ versammelten sich und die Reise ging los. Nach dem Einchecken am Frankfurter Flughafen gab es ein altes aber immer noch bestehendes Ritual der TSC-Mitglieder: Essen bei McDonalds. Trotz der großen Gelassenheit der „Mücken“, aßen wir nach der Durchsage ,,Letzter Aufruf nach Lissabon!!“gemütlich auf und machten uns zügig auf den Weg zum Terminal.

Nach über 4 Stunden Flug und einer Zwischenlandung in Lissabon, waren wir am Flughafen in Madeira. Der Tag neigte sich dem Ende zu, als wir im Hotel ankamen. Nach ausführlicher Besichtigung der Hotelanlage verbrachten wir den Rest des ersten Tages damit, der Tauchstation zu erklären, dass wir jetzt eine Woche lang bei ihnen tauchen werden. Am nächsten Tag hatte ich nach langer Pause wieder einen Tauchgang. Trotz anfänglicher Bedenken, nicht mehr aufzutauchen, gestaltete sich mein „erste Tauchgang“ ziemlich ruhig und gemütlich. Im Prinzip die Ruhe vor dem Sturm. Der Orkan begann erst am dritten Tag zu wüteten. Nach leichtem Eintauchen mit dem Kopf meinte eine Qualle, mir einen Kuss auf die Lippen geben zu müssen. Mit dick angeschwollener Lippe und dem Hoffen, dass man keine allergische Reaktion auf die Qualle hat, konnte ich die tolle Unterwasserwelt mit ihren Bewohnern nur bedingt genießen. Doch der Kampf ums Überleben fing gerade erst an. Perfekt ausgerüstet mit Taschenlampe und dem Gedanken „Schlimmer als es mit der Qualle war, kann es eh nicht werden“, fing ich meinen ersten Höhlentauchgang an. Selbst als es hieß, dass sich an manchen Tagen eine Robbe in der Höhle aufhält, konnte mich nicht aus der Fassung bringen. Ich war selten so naiv. Kaum an der Höhle angekommen, habe ich meinen Mut vergeblich gesucht. Dass meine Taschenlampe in der Höhle ausging, machte meine Situation auch nicht besser. Mitten in der Dunkelheit, tief unter Wasser in einer Höhle mit dem Wissen, eine Robbe könnte neben dir tauchen, konnte mich dann doch aus der Fassung bringen. Aber zum Glück hatte Jürgen immer ein Auge auf mich geworfen und mir seine Ersatztaschenlampe gegeben. Erst dann konnte ich erkennen wie groß die Höhle überhaupt war und dass sich keine Robbe neben mir befand. Nach dem tollen Tauchgang, als wir die Höhle gerade verlassen wollten, gestattete die Robbe uns dann doch einen kleinen Besuch ab. So schnell wie sie kam, verschwand sie aber auch wieder in der Dunkelheit. Ein weiterer Tauchgang, der mir im Gedächtnis geblieben ist, war der „Bootstauchgang“. Auf der Station hieß es, dass dort am Riff viele große Zackenbarsche vertreten sind. Die Anhänglichkeit der großen Tiere wurde mir allerdings verschwiegen. Nach erstem Abtauchen am Riff zeigte sich der Größte von ihnen. Ein gefühlter 2m langer, griesgrämig schauender, Zähne fletschender Zackenbarsch schwamm direkt auf mich zu. Selbst als er 20cm vor meinem Gesicht war, meinte er nicht ausweichen zu müssen. Da der Klügere immer nachgibt, begann ich mein Ausweichkommando einzuleiten. Doch das hielt ihn nicht davon ab, den Rest des Tauchgangs, stets an meiner Seite, mein dritter Tauchpartner zu sein. Das tägliche Pflicht-Deko-Bier an jedem Abend, bringt einen dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Madeira hat aber noch viel mehr zu bieten, als nur eine tolle Unterwasserwelt. Die Hauptstadt Funchal ist ein Muss für jeden Besucher der Insel. Auch eine Besichtigung der kompletten Insel kann ich nur empfehlen. Die verschiedenen Attraktionen, wie z.B. die Aussichtsplattform, die Atta Höhlen,der Botanischer Garten, die Delfintour und die vielen Strände machen Madeira zu einem echten Paradies. Im Großen und Ganzen lässt sich über mein Urlaub in Madeira mit der TSC-Mücke sagen, dass es eine meiner schönsten Reisen war. Die Aufgeschlossenheit und vor allem der Humor der TSC-Mitglieder sind einfach klasse. Mit TSC-Mücke getaucht, überlebt und viel Spaß gehabt!  

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